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Drei Generationen, ein Urlaub: Family-Reisen samt Großeltern werden immer beliebter. Doch Dauernähe im Urlaub birgt vor allem eines: Konfliktpotential.
Wir haben die größten Problemherde unter die Lupe genommen. Und zeigen, was man tun kann, damit der Mehrgenerationen-Urlaub zu einem stressfreien Erfolg wird.
Für die erwachsenen Kinder ist der Urlaub mit den Eltern häufig schon Jahrzehnte her. Dazu kommen völlig neue Lebensumstände, beispielsweise durch die selbst gegründete Familie. Das heißt: Urlaubstechnisch sitzt man häufig nicht mehr auf demselben Dampfer. Damit es mit Eltern oder Schwiegereltern nicht zur Charakter-Kollision kommt, ist eine Sache unverzichtbar: Kommunikation!
Für dich besteht ein Urlaub zu 80 Prozent aus Entspannen am Pool? Halte damit nicht hinter dem Berg. Denn falsche Höflichkeit ist hier fehl am Platz. Am besten lässt sich das bei einem gemeinsamen Planungstreffen ansprechen, bei dem jede(r) den eigenen Wunsch-Tagesablauf skizziert. Dabei ist es wichtig, nichts als selbstverständlich anzusehen. Vielleicht finden sich bei all der Offenheit ja bislang versteckte gemeinsame Interessen zwischen den Kompromissen?
Klar, der Sinn eines XXL-Familienurlaubs liegt neben dem gemeinsamen Erinnerungen sammeln oft auch im Aufteilen der Kinderbetreuung. Doch Großeltern können sich gegebenenfalls schnell für das „Babysitting“ abgestellt fühlen. Vorab darüber reden erspart Diskussionen auf Reisen!
Kommt es bei der Urlaubsplanung ganz klar auf die Kompromissbereitschaft an, sieht es bei der Kindererziehung oft ein wenig anders aus. Eine typische Situation: Opa würde auch beim zweiten Eis des Tages gerne ein Auge zudrücken, in die Erziehungsstrategie der Eltern passt das aber so gar nicht. Die Eltern der Kleinen sollten gegenüber ihren eigenen Eltern deshalb vorab klare Rahmenbedingungen kommunizieren. Dazu gehört natürlich auch, Oma und Opa die womöglich zeitgemäßeren Prinzipien in der Kindererziehung näherzubringen.
Es hilft trotzdem oft sehr, den Großeltern einen gewissen eigenen Ermessens- und Handlungsspielraum hinsichtlich dem Umgang mit den Enkeln zuzugestehen.
Bei der Wahl der passenden Unterkunft gibt es kein Schema X. Stattdessen zeigen wir dir, wann ein Hotel und wann ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung für dich die richtige Wahl sind:
Für dich oder deine Familienmitglieder gehört vor allem Ruhe, Erholung und ein familiäres Umfeld zu einem gelungenen Urlaub? Dann seid ihr vor allem in Ferienwohnungen und -häusern gut aufgehoben. Anders als in wuseligen Hotels laden Gemeinschaftsräume zum Verweilen in intimer Umgebung ein. Ausreichend große Unterkünfte bieten zusätzlich die Möglichkeit, auch einmal Momente für sich zu genießen.
Wichtig ist dabei, dass Schlafräume auch eine Möglichkeit zum persönlichen Rückzug über den Tag bieten. Eine weitere Terrasse oder eine ruhige Leseecke können zudem geeignete Plätzchen für Ruheliebende sein und zusätzlich Freiraum schaffen.
Achtet darauf, dass die Alltagsaufgaben in der Ferienunterkunft nicht an einer Person hängen bleiben. Wechselt euch mit Kochen, Abspülen und der Tagesplanung ab. Wie wärs denn mit wechselnden Zweierteams? Im Duo mit einem Kind wird sogar das Suppekochen zum unvergesslichen Erlebnis.
Weg von den Alltagsverpflichtungen: Das geht am besten bei der Buchung eines Hotels. Um alltagstypische Aufgaben wie Kochen und Putzen kümmert sich dort das Hotelpersonal. Und auch bei der Kinderbetreuung springt dieses immer öfter ein: Das Angebot an Kinderbetreuung und Familienhotels steigt stetig. Erwartet deine Kids permanent Spiel und Spaß, müssen sich die Erwachsenen auf ordentlich Trubel einstellen – aber eben auch auf ausgepowerten Nachwuchs am Abend.
Naja, und wenn man es genau nimmt: Hotels ohne hektische Essenssäle sind ohnehin selten, bei Familienhotels sogar fast undenkbar. Ruhepole können dagegen große Familienzimmer schaffen. Aber natürlich auch das bewusste Aufteilen der Großfamilie auf mehrere Hotelzimmer.
Über Geld spricht man nicht? Von wegen! Zumindest sollte man genau das tun bei der gemeinsamen Urlaubsplanung im Familienverbund. Denn bei doppelter Kaufkraft stellt sich auch die Frage: Wer bezahlt was? Häufig wollen Großeltern ihren Kindern und deren Sprösslingen eine Freude bereiten und haben deshalb die Spendierhosen an. Andere legen Wert darauf, dass jede(r) für sich selbst bezahlt. Damit das Thema nicht unter dem Sonnenschirm diskutiert werden muss gilt auch hier: Miteinander reden ist der Schlüssel zum Urlaubsglück!
Möchte man alle Ausgaben fair aufteilen, kann sich eine App wie „Splitwise“ lohnen – vorausgesetzt, die ältere Generation ist ausreichend Smartphone-affin. In einem gemeinsamen Reisekonto kann dort dann jedes Familienmitglied eintragen, was dieses bezahlt hat. Die Anwendung errechnet schließlich aus allen Teilbeträgen, wer wem wieviel Geld schuldet.
Mit der Größe der Reisegruppe steigt auch das Risiko, dass mal etwas schiefgeht. Es hat sich übrigens gezeigt, dass Senioren und Familien mit Kindern im Durchschnitt häufiger als andere Urlaubskonstellationen von einer Reise krankheitsbedingt zurücktreten müssen.
Daher lohnt sich beispielsweise eine familientaugliche Reiserücktrittsversicherung, um im Fall der Fälle nicht auf den Storno-Kosten sitzenzubleiben.
Möchte man etwas zusammen unternehmen, sollten Groß und Klein gleichermaßen etwas davon haben. Ausflüge in die Natur wie Angeln oder Baden sind dabei immer hoch im Kurs. Besonders flexibel in der Freizeitgestaltung ist man, wenn man einen Mietwagen bucht.
Gleichzeitig ist es bei einem Familienurlaub auch völlig in Ordnung, sich einmal abzukapseln. Du sehnst dich nach einem ruhigen Nachmittag, nur mit einem guten Buch in der Hand? Äußere deinen Wunsch! Nur indem jede(r) seine Bedürfnisse kommuniziert, kann es für alle eine wunderschöne Zeit werden.
Ein generationsübergreifender Familienurlaub ist kein Hexenwerk. Wichtig ist nur viel Kommunikation und sich gegenseitig Freiräume zu gewähren. So sammelst du im Urlaub unbezahlbare Familienerinnerungen, statt dich in eine Familienkrise zu manövrieren. Wir wünschen gute Reise!
© ferpelaezph / unsplash.com